Seitenansicht eines Bentley Continental GT V8 in Verdant Green, Seitenansicht neben einem Bentley Blower, mit einer Projektion des Bentley Blower auf einer Rennstrecke im Hintergrund.
Seitenansicht eines Bentley Continental GT V8 in Verdant Green, Seitenansicht neben einem Bentley Blower, mit einer Projektion des Bentley Blower auf einer Rennstrecke im Hintergrund.

Die Geschichte von Mulliner

Fünf Jahrhunderte der Entwicklung

Die Geschichte von Mulliner ist untrennbar mit der Geschichte von Bentley verbunden. Dahinter steht eine reiche Tradition von menschlichem Einsatz, festen Überzeugungen und individueller Handwerkskunst – seit über 500 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben. Heute steht Bentley Mulliner wie schon seit jeher für den Inbegriff maßgeschneiderter Handwerkskunst.

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Detailansicht des verchromten Kühlergrills eines Mulliner-Sondermodells.
Ein Gemälde zeigt vier pferdegezogene Kutschen.

Vom Sattelmacher bis zum Kutschenbauer

Die Wurzeln von Mulliner reichen zurück bis zu einer Familie von Fuhrleuten und Sattlern im Jahr 1559 – nur ein Jahr nach der Thronbesteigung Elisabeths I. Bekanntheit erlangte der Name Mulliner jedoch erst 1760, als F. Mulliner den Auftrag erhielt, Kutschen für die Royal Mail zu bauen und instand zu halten. Im Jahr 1870 gründete Robert Bouverie Mulliner seine eigene Karosseriebau-Firma namens Mulliner London Limited und führte damit das unablässige Streben seiner Vorfahren nach Perfektion fort.

An der Schwelle zum 19. Jahrhundert zog H.J. Mulliner mit dem Familienunternehmen unter dem Namen H.J. Mulliner & Co ins elegante Londoner Mayfair. Von dort aus war das Unternehmen ideal positioniert, um die gesellschaftliche Elite zu bedienen. Darauf aufbauend fertigte H.J. Mulliner & Co jede Kutsche in exquisiter Handarbeit ganz nach den hohen Anforderungen seiner Kunden.

Furnier in Engine Turned Aluminium − dunkelt getönt.
Seitenansicht eines Bentley aus dem 20. Jahrhundert

Die Ankunft des Automobils

Um die Jahrhundertwende traf das Unternehmen eine wegweisende Entscheidung und wandte sich von pferdegezogenen Fahrzeugen ab. Der Grund dafür war das Aufkommen eines neuen, motorisierten Verkehrsmittels: des Automobils. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lief der Kauf eines Fahrzeugs jedoch ganz anders ab als heute. Damals verließen Automobile das Werk nur als Fahrgestell mit montiertem Motor, Lenkrad und Antriebssystem. Man konnte damit fahren, aber nicht lange – jedenfalls nicht besonders komfortabel. Zuerst musste jemand eine Karosserie und eine Kabine mit Sitzen und weiteren Annehmlichkeiten errichten, um aus dem Automobil ein alltagstaugliches Fahrzeug zu machen. Dieser Jemand war ein Karosseriebauer. Damit war der Karosseriebau, wie wir ihn heute kennen, geboren.

Nahansicht vertikal geriffelter Lamellen
 Seitenansicht des schnittigen, aerodynamischen Bentley Continental R-Type aus dem Jahr 1952 mit Aluminium-Kotflügeln und verchromtem Kühlergrill

Eine perfekte Partnerschaft

Für die Olympia Show 1923 in London fertigte Mulliner einen maßgeschneiderten Bentley mit 3-Liter-Motor und zweisitziger Karosserie an. Dies war der Beginn einer Partnerschaft, die Jahrzehnte andauern sollte. Allein in den 1920er-Jahren fertigte Mulliner Karosserien für mehr als 240 Bentley-Fahrzeuge, jedes so einzigartig wie sein Vorgänger.

Zu diesem Zeitpunkt war Mulliner zwar nicht mehr der einzige Karosseriebauer, doch das Unternehmen etablierte sich schnell als Marktführer in der Branche. In den folgenden Jahren festigte sich die Beziehung zwischen Bentley und Mulliner; 1952 präsentierte Mulliner seinen berühmtesten Coachbuilt-Bentley, den revolutionären R-Type Continental. Im Jahr 1957 kreierte Mulliner eine viersitzige Karosserie auf einem Continental-Chassis. Das Ergebnis: der legendäre Flying Spur.

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Ein nachgebauter Bentley Corniche aus dem Jahr 1939

Der ursprüngliche Bentley Corniche
Die Rekonstruktion eines in Vergessenheit geratenen Fahrzeugs
Ein Schlüsselmoment für Bentley
Der Weg zur Rekonstruktion
Eine historische Lücke wird geschlossen

Der originale Bentley Corniche war lediglich ein Prototyp – und damit ein echtes Einzelstück. 1939 absolvierte er Straßentests in Frankreich, als er bei einem Unfall schwer beschädigt wurde. Das Fahrgestell wurde zur Reparatur nach Hause geschickt und schaffte es zurück ins Bentley-Werk. Die Karosserie blieb jedoch im Hafen von Dieppe zurück, wo sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Infolgedessen wurde das Fahrzeug nie wieder gesehen – bis eine spektakuläre Rettungsmission unternommen wurde.

Trotz aller Bemühungen von Bentley und der Bentley-Fangemeinde sind einige Modelle aus der Geschichte des Unternehmens bis heute verschollen. Hin und wieder bietet sich jedoch die Gelegenheit, eine dieser historischen Lücken zu schließen – wie zum Beispiel ein Projekt, das sich dem originalgetreuen Nachbau des lange verschollenen, handgefertigten Bentley Corniche verschrieben hat.

Der Bentley Corniche war kein gewöhnliches Automobil, sondern ein echtes Unikat – ein Prototyp, der 1939 zu Testzwecken gebaut wurde, bevor er in Serie gehen sollte, dann aber nie produziert wurde. Und doch ist er bedeutsam, denn sein Design markierte einen Wendepunkt für Bentley. Als erstes Fahrzeug des Unternehmens, das zur Steigerung der Leistung auf „Streamlining“ setzte, stellte es im Vergleich zu den Bentleys der Zwanziger- und Dreißigerjahre eine enorme Weiterentwicklung dar. Sein Design beeinflusste die Nachkriegsmodelle der Marke, vom legendären R-Type Continental bis hin zum heutigen Continental GT. Das Fahrzeug selbst war als Hochleistungsversion der damals neu vorgestellten Bentley Mark V-Limousine konzipiert, deren Markteinführung für Oktober 1939 geplant war. 

Der Plan, das Automobil zu rekonstruieren, entstand bereits einige Jahre vor Mulliners Beteiligung und wurde von Mitgliedern der W.O. Bentley Memorial Foundation und der Henry Royce Memorial Foundation gefasst. Da es jedoch an Ressourcen mangelte, kam das Mammutprojekt nur langsam voran. Adrian Hallmark, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Bentley, holte das Projekt 2018 jedoch ins Unternehmen, um es intern abzuwickeln und bis 2019 fertigzustellen – dem Jahr, in dem Bentley sein hundertjähriges Bestehen feiern sollte. Ausgehend von den technischen Zeichnungen, die bei der Herstellung des ursprünglichen Prototyps entstanden waren, machte sich das Mulliner Classic-Team an die Rekonstruktion des Fahrzeugs. Sie verwendeten originale mechanische Komponenten sowohl vom Corniche als auch vom Bentley Mark V und bauten die elegante, stromlinienförmige Karosserie komplett neu auf.

Als erstes historisches Fahrzeugprojekt von Mulliner demonstrierte die Rekonstruktion des Corniche die volle Bandbreite der Karosseriebau- und Restaurierungsfähigkeiten der Veredelungsabteilung. Mulliner widmete jedem Aspekt des Projekts seine volle Aufmerksamkeit. Von den speziellen Lackmischungen für die Karosserie – Imperial Maroon und Heather Grey – bis hin zur einzigartigen Innenausstattung musste jedes Detail dem 1939 verschollenen Fahrzeug entsprechen. Sogar die Werkzeugablage und die Mulliner-Einstiegsleisten an den Türöffnungen wurden von Grund auf neu entwickelt. Nach Abschluss der Arbeiten füllte diese außergewöhnliche Restaurierung eine der größten Lücken in der glanzvollen Geschichte von Bentley. Das Fahrzeug ist nun ein fester Bestandteil der Bentley Heritage Collection und dank des Know-hows von Mulliner Classic das einzige noch existierende Fahrzeug dieser Art.

Detailaufnahme des Kühlergrills eines Bentley Batur in glänzendem Schwarz mit orangefarbenen Akzenten.
Seitliche Frontansicht des Bentley Batur mit schwarz lackierten und polierten 22-Zoll-Leichtmetallrädern im laufrichtungsgebundenen Design und roten Bremssätteln mit Bentley-Logo.

Die Geschichte geht weiter

Heute fungiert Mulliner als Abteilung für Einzelanfertigungen und Sonderwünsche bei Bentley. Das Angebot umfasst eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen – von Premium-Optionen, die ab Werk in Bentley-Serienfahrzeuge integriert werden können, bis hin zu wirklich einzigartigen maßgeschneiderten Luxusautomobilen wie dem Bentley Bacalar und dem neuen Bentley Batur.

Mehr als 250 Jahre nachdem F. Mulliner den Auftrag erhielt, Kutschen für die Royal Mail zu bauen und instand zu halten, bleibt Mulliner nach wie vor seinem Handwerk verpflichtet – in einer ungebrochenen Tradition, die über Generationen weitergegeben wurde. Heute treffen diese seltenen Fertigkeiten auf modernste Produktionstechnologien und führen eine Tradition fort, die bis vor die Geburt des Automobils zurückreicht. Diese Entwicklung wird sich noch lange in die Zukunft fortsetzen.

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Die Staatslimousine

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Eine königliche Konfiguration

Ihre Majestät
Schutz vor allen Eventualitäten

Bentleys einzigartige Luxuslimousine wurde mit wertvoller Beteiligung des Duke of Edinburgh, des obersten Chauffeurs ihrer Majestät sowie Königin Elisabeth selbst zu Ehren ihres 50-jährigen Thronjubiläums kreiert. Das Fahrzeug war mehr als zwei Jahrzehnte lang bei zahlreichen offiziellen Anlässen im Einsatz.

Als Staatsoberhaupt musste Ihre Majestät jederzeit vor der Gefahr eines Anschlags geschützt werden, so unwahrscheinlich dieser auch erscheinen mochte. Zu diesem Zweck wurden die gesamte Karosserie und die Scheiben des Fahrzeugs speziell verstärkt. Die Kabine ist explosionsgeschützt und kann im Falle eines Gasangriffs luftdicht verschlossen werden. Sogar die Reifen sind mit Kevlar verstärkt, damit das Fahrzeug im Notfall weiterhin mit hoher Geschwindigkeit fahren kann. Mulliner hat schon mehrfach gepanzerte Fahrzeuge entwickelt, die ihre Insassen schützen sollen. Wenn Sie sich für ein handgefertigtes Fahrzeug mit solchen Schutzvorrichtungen interessieren, wenden Sie sich unter +44 (0) 1270 653 653 bitte direkt an uns.

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Perfekte Handwerkskunst

Monocoque-Bauweise
Maßgeschneidertes Design
Textilien

Es war äußerst wichtig, dass Ihre Majestät auch über längere Zeit bequem im Fahrzeug sitzen konnte. Daher wurde eine Monocoque-Bauweise gewählt, bei der der Getriebetunnel unterhalb der Kabine verläuft und so ein flacherer Boden entsteht.

Die Position der Rücksitze wurde mithilfe eines Modells bestimmt, das exakt der Körpergröße der Queen entsprach; die Handtaschenablage wurde nach den Abmessungen der Lieblingstaschen von Queen Elisabeth gestaltet.

Der britische Textilhersteller Hield Brothers stellte den Lammwoll-Stoff her, der für die Polsterung der Rücksitze verwendet wurde. Die übrigen Polsterungen sind aus Bentleys hellgrauem Connolly-Leder gefertigt. Die Teppiche sind im Fond hellblau und im vorderen Bereich dunkelblau gehalten.