Ein Bentley Breitling-Langstrecken-Prototyp und ein Bentley Continental GT Le Mans-Edition in Verdant Green fahren auf einer Rennstrecke.
Ein Bentley Breitling-Langstrecken-Prototyp und ein Bentley Continental GT Le Mans-Edition in Verdant Green fahren auf einer Rennstrecke.

Motorsport

100 Jahre Rennsport-Tradition

Seit 1919 – dem Gründungsjahr des Unternehmens – tritt Bentley bei Rennsportveranstaltungen an. In den Jahrzehnten nach dem ersten Wettbewerb hat sich Bentley auf den Rennstrecken dieser Welt dank einer Kombination aus visionärer Technik und dem Mut der Männer und Frauen am Steuer einen herausragenden Ruf erworben. Jedes Rennen trägt dazu bei, die phänomenalen Fähigkeiten moderner Bentleys zu demonstrieren und die Technologie weiterzuentwickeln, die in den Fahrzeugen von morgen zum Einsatz kommen wird. Wenn Sie mehr über den Motorsport erfahren möchten, kontaktieren Sie uns unter motorsportportal@bentley.co.uk.

Ein klassischer Bentley Blower auf einer unbefestigten Rennstrecke
Nahaufnahme des Bentley-Matrixgrills

Die frühen Jahre des Rennsports

Der Rennsport gehört zur Bentley-DNA
Anfangsjahre
Der Bentley 3 Litre
Bentley in Brooklands

Ohne den Motorsport hätte es Bentley vielleicht nie gegeben. W.O. Bentley war nicht nur Ingenieur, sondern auch leidenschaftlicher Rennfahrer. Ein Mann, der fest an die Bedeutung des Motorsports für seinen Erfolg glaubte. Wie er selbst sagte: „Die Rennsport-Ausrichtung gehörte von Anfang an zu den Grundpfeilern von Bentley Motors und erfüllte zwei wesentliche Zwecke: Wir konnten unsere Fahrzeuge testen und gleichzeitig Werbung für sie machen.“ So ehrgeizig er auch war, W.O. wusste, wie wertvoll Teamarbeit ist – und wie wichtig die enge Zusammenarbeit mit den Kunden. Von dem Moment an, als sein erstes Fahrzeug Aufmerksamkeit auf sich zog, wollte er unbedingt Bentleys auf der Rennstrecke sehen. Die abenteuerlustigen Männer und Frauen, die einen Bentley erwarben, kamen diesem Wunsch nur zu gerne nach. Das Team, das in den 1920er-Jahren entstand – eine frühe Form eines heutigen Werksteams –, war auf den Rennstrecken Großbritanniens und Nordeuropas kaum zu schlagen.

Am 16. Mai 1921 raste der handgefertigte Bentley EXP 2 auf der Rennstrecke von Brooklands vor der gesamten Konkurrenz über die Ziellinie. So wurde das Junior Sprint Handicap zum ersten Wettlauf, den ein Bentley für sich entscheiden konnte. Die 1907 erbaute Rennstrecke Brooklands, berüchtigt für ihre 9,5 m hohen Steilkurven, galt weithin als das „Ascot des Motorsports“. Damit war sie die perfekte Teststrecke für die Bentley-Fahrzeuge. Viele der dort ausgetragenen Rennen waren Handicap-Rennen, bei denen Fahrzeuge mit kleineren Motoren einen Vorsprung gegenüber den größeren und leistungsstärkeren Bentleys erhielten. Doch das technische Können von W.O. Bentley setzte sich durch, und seine Automobile fuhren regelmäßig Siege ein.

Sein Ehrgeiz sollte das Unternehmen schon bald über die Grenzen Großbritanniens hinausführen. In Frankreich traf W.O. Bentley zwei britische Fahrer: Harry Varley und Frank Burgess. Gemeinsam entwickelten sie einen schnellen Touring-Wagen: den Bentley 3 Litre. Ausgestattet mit vier Zylindern, einer obenliegenden Nockenwelle und vier Ventilen pro Zylinder, wurde er 1921 auf den Markt gebracht. Schon bald darauf sollte das Fahrzeug an internationalen Rennen teilnehmen. 1922 belegte das Team beim 500-Meilen-Rennen in Indianapolis (heute bekannt als „Indy 500“) den 13. Platz. Kurz darauf erzielte eine Dreiergruppe von Fahrzeugen bei der TT 1922 den zweiten, vierten und fünften Platz und gewann damit den Mannschaftspreis. Am Steuer des Wagens auf dem vierten Platz saß niemand anderes als W.O. Bentley höchstpersönlich.

Trotz Bentleys wachsendem internationalen Ruhm blieb Brooklands für den Erfolg des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. 1929 gewann Bentley das Brooklands 500 und 1930 das prestigeträchtige Double Twelve – ein Langstreckenrennen mit zwei strapaziösen 12-Stunden-Abschnitten. Diese Verbindung sollte noch bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein andauern. Im März 1932 stellte Tim Birkin in seinem einsitzigen Bentley Blower mit 222 km/h einen neuen Rundenrekord in Brooklands auf. Und obwohl auf dieser Rennstrecke bis 1928 keine Rennfahrerinnen zugelassen waren, trat Margaret Allan Mitte der 1930er-Jahre dort an und gewann in einem Bentley.

Seitenansicht des Bentley Speed Six vor Bäumen im Hintergrund, daneben posiert Walker Owen.
Nahaufnahme einer grauen Steinoberfläche.

Die Eroberung von Le Mans

Die Vision von Bentley
Der erste Sieg
Eine Siegesserie
Old Number 7

Bentleys wegweisende Vision spiegelt sich seit jeher in der Hartnäckigkeit und dem Ehrgeiz seiner Fahrer wider. Doch erst als W.O. Bentley das erste 24-Stunden-Rennen von Le Mans besuchte, begann die entscheidende Ära der Marke.

Zunächst war er skeptisch: „Ich halte die ganze Sache für verrückt“, verkündete er. „Keiner wird das Ziel erreichen. Autos sind nicht dafür gebaut, um derartige Belastungen über 24 Stunden auszuhalten.“ Doch nach dem ersten Rennen im Jahr 1923, bei dem ein Bentley 3 Litre den vierten Platz belegte und einen neuen Rundenrekord aufstellte, änderte er seine Meinung. Im folgenden Jahr kehrte er zurück und gewann. Das war der Beginn eines glorreichen Jahrzehnts, in dem W.O. und seine Fahrer, die ursprünglichen „Bentley Boys“, Le Mans dominieren sollten.

Die erfolgreichen Jahre in Le Mans sollten eine bemerkenswerte Phase der Innovation einläuten. 1924 gewann ein Bentley 3 Litre das Rennen, im Jahr 1928 ein 4½ Litre. 1930 belegten zwei 6½ Litre Speed 6 den ersten und zweiten Platz. Je größer und technisch ausgereifter die Motoren wurden, desto mehr verfeinerten W.O. Bentley und seine Bentley Boys ihre Fähigkeiten – auf der Rennstrecke und in der Boxengasse. So entwickelten sie sich zu einem unschlagbaren Team.

Von allen Siegen in Le Mans war derjenige aus dem Jahr 1927 der denkwürdigste. In jenem Jahr waren zwei Werks-4½ Litre am Start – doch in der Kurve Maison Blanche kam es zur Katastrophe. Beide Rennwagen wurden bei einer Massenkarambolage schwer beschädigt und mussten aufgeben. Zum Glück war noch ein weiterer Bentley im Rennen: „Old Number 7“. Ein Bentley 3 Litre, der von Dudley Benjafield und Sammy Davis gefahren wurde. Obwohl auch dieses Fahrzeug beim Unfall beschädigt wurde, nahm das Team alle möglichen Reparaturen vor und schaffte es, den Wagen im Rennen zu halten. Um die zerbrochenen Scheinwerfer zu ersetzen, befestigten sie eine Taschenlampe an der Windschutzscheibe, sodass Davis und Benjafield die Nacht durchfahren konnten und schließlich als Sieger von Le Mans ins Ziel fuhren. Zurück in London fand ein Festessen im Savoy statt. Nach einem Toast „auf jemanden, der hier sein sollte“ wurde das Rennfahrzeug in den Speisesaal gerollt. Das gesamte Team erhob sich, als „Old Number 7“ eintraf – ihr kampferprobter, vierrädriger Ehrengast.

Detailaufnahme der Textur von Hotspur-Leder.
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Die Rückkehr nach Le Mans

Nach jahrzehntelanger Abwesenheit von der Rennstrecke kehrte Bentley 2001 in den Rennsport – und nach Le Mans – zurück. Im Rahmen einer dreijährigen Mission, die 24-Stunden-Trophäe zurückzuerobern, nahm ein völlig neuer Rennwagen – der Bentley EXP Speed 8 – an der Veranstaltung teil. Trotz sintflutartiger Regenfälle sicherte sich das Team den dritten Platz. Als die Fahrer Andy Wallace, Butch Leitzinger und Eric van de Poele zum ersten Mal seit über 70 Jahren für Bentley auf dem Podium standen, trugen sie Bentley-Overalls im Stil der 1920er-Jahre.

 

Im folgenden Jahr belegte ein optimiertes Fahrzeug mit einem noch stärkeren Motor den vierten Platz und absolvierte damit gleichzeitig einen wertvollen Testlauf für die neue Technologie. Doch erst im Jahr darauf – fast auf den Tag genau 73 Jahre, nachdem 1930 zwei Bentleys den ersten und zweiten Platz belegt hatten – gelang es Guy Smith, Dindo Capello, Tom Kristensen, Johnny Herbert, David Brabham und Mark Blundell, diese beeindruckende Leistung zu wiederholen. Die abermaligen Sieger in Le Mans konnten mit einem Bentley Speed 8 zudem die schnellste Rundenzeit einfahren. Um diesen beeindruckenden Sieg zu feiern, war der Speed 8 mit der Startnummer 7 der Ehrengast bei einem Abendessen im Savoy, genau wie es im Jahr 1927 „Old Number 7“ gewesen war. Sogar die Getränkekarte war die gleiche wie vor 76 Jahren. Von allen Rennstrecken, auf denen Bentley in seiner 100-jährigen Geschichte angetreten ist, spielte keine eine so entscheidende Rolle wie Le Mans. 

 

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Bentley benannte die Stadt Le Mans im Jahr 2019 eine ihrer Straßen nach den ursprünglichen Bentley Boys, die zwischen 1924 und 1930 fünf Mal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewannen, sowie nach ihren Nachfolgern, die im Jahr 2003 den Sieg errangen. Die Straße wurde auf den Namen „Rue des Bentley Boys“ getauft.

Nahaufnahme des Furniers „Engine Turned Aluminium“ im Bentley Continental GT.
Ein Bentley Continental GT3 in Apple Green mit großem Heckflügel auf einer Rennstrecke vor blauem Himmel

Eine neue Ära des Rennsports

Im Jahr 2013 – ein Jahrzehnt nach dem aufregenden Triumph in Le Mans – brachte Bentley ein neues Fahrzeug auf die Rennstrecke: den Continental GT3. Dieser herausragende Rennwagen basierte auf dem Serien-Continental GT und bestritt im folgenden Jahr eine komplette Rennsaison in der Blancpain Endurance Championship. 2014 feierte das Bentley M-Sport-Team mit dem Continental GT3 Siege auf den Rennstrecken von Paul Ricard und Silverstone, wobei Silverstone den ersten britischen Sieg eines Werks-Bentley seit dem „Double Twelve“ in Brooklands im Jahr 1930 markierte.

 

Von Rennen zu Rennen verbesserte sich die Leistung des Teams Bentley M-Sport, bis es 2017 den Gesamtsieg im Blancpain GT Series Endurance Cup einfuhr. Nach Einführung des neuen Continental GT im Jahr 2017 wurde auch ein neuer GT3 entwickelt. Diese zweite Generation vereint den phänomenalen V8-Motor des Vorgängers mit der dynamischen Karosserie des neuen Straßenmodells.

 

Im Jahr 2019, dem Jahr des 100-jährigen Jubiläums von Bentley, konnte das Unternehmen gleich mehrere Rennsiege für sich verbuchen, darunter den Auftakt der British GT Championship in Oulton Park, den dritten und vierten Lauf der Blancpain GT World Challenge America sowie die 1.000 km von Paul Ricard.